Flug nach Vietnam

Reisetag 1

Nach unzähligen Youtube Videos stand unser Plan grob fest, da wir lediglich 3 Wochen Zeit hatten, mussten wir also doch etwas Vorplanen, um möglichst viele Orte zu sehen. Nachdem wir unseren Reisepass mit dem Visum für Vietnam zurückbekommen hatten, buchten wir uns 2 Flüge ab Frankfurt nach Hanoi, der Rückflug sollte ab Ho Chi Minh Stadt (Saigon) starten. Obwohl wir aus der Nähe von Düsseldorf kommen, wählten wir Frankfurt für unseren Abflug, da wir so insgesamt über 250,- € sparen konnten. Die Fahrt mit dem Auto und das Parken in Frankfurt kostete uns nur ca. 100,- €. Unsere Reise begann am 23.11.2014 früh Morgens in Moers. Voller Aufregung und mit Brötchen und Kaffee im Gepäck ging es los.

Das Parken in Frankfurt und die Fahrt mit dem Shuttleservice zum Flughafen funktionierten ohne Probleme. Wenig später saßen wir dann im Flieger von Vietnam Airlines, etwa 11 Stunden Nonstop bis Hanoi. Für mich als 1,95 m großen Raucher nicht die schönsten Aussichten. Hinzu kam, dass nun auch noch mein Bildschirm defekt und der Flug ausgebucht war. 11 Stunden auf engstem Raum auf den Nachbarbildschirm starren… Den Urlaub hatten wir uns nun endgültig verdient!

Hanoi und Ha Long Bay Cruise

Reisetag 2 - 5

In Hanoi angekommen standen wir erst einmal lange in der Schlange für die Einreise und später zusammen mit vielen Vietnamesen am Kofferband. Hier merkten wir zum ersten Mal: Vietnamesen sind ungeduldig, Nicht der Erste in der Schlange zu sein oder zu sehen, dass es in der Schlange nebenan schneller voran geht, bringt sie fast um. Daher geben sie dann auch Alles, um schneller voranzukommen. In der Ankunftshalle besorgten wir uns dann erst einmal Geld, da es zumindest bei den Banken in Deutschland, die uns bekannt waren, kein vietnamesisches Geld gab. Die Freude war dann aber groß, zum ersten Mal in unserem Leben waren wir Millionär! Multimillionär, um genau zu sein... 5.000.000 vn Dong wanderten in unser Portemonnaie. Für diesen Urlaub hatten wir uns eine Kreditkarte der DKB zugelegt, wirklich sehr zu empfehlen, da keine Gebühren anfallen. Der erste Kauf auf vietnamesischem Boden lies dann aber auch nicht mehr lange auf sich warten, mit 2 vietnamese iced coffee stießen wir auf 30°C und Sonnenschein an. Zu dieser Jahreszeit auch in Hanoi eine Seltenheit. Mit dem Taxi ging es dann zum Hotel, dem Lucky 3 mitten in Old Hanoi, einem bei Backpackern sehr beliebten Viertel. Obwohl wir um 9 Uhr morgens einchecken durften und müde von der Reise waren, erkundeten wir Old Hanoi, besorgten uns eine Sim Karte für unser Ersatzhandy, wurden dabei etwas reingelegt, aßen alles, was wir an Garküchen finden konnten und buchten uns noch schnell eine 2 Tagestour durch die Halong Bucht. Den ersten Abend ließen wir dann doch etwas europäischer als gedacht ausklingen, im Finnegan's Irish Pub mit tollem Blick auf das Treiben und den Verkehr auf der Straße. Da wir doch recht schnell müde wurden und wir gegen 8 Uhr am nächsten Morgen von unserem Bus abgeholt werden sollten, kauften wir uns noch schnell ein paar Dosen Ba Ba Ba (333) was seinem Namen nicht gerecht wurde, ein wirklich zu empfehlendes Bier. Um kurz vor 10 saßen wir dann auf unserem Balkon, dessen Steinmauer uns im wahrsten Sinne elektrisierte. Die daran montierten Strahler setzten die Mauer unter Strom, daher hier nun unser erster wirklich guter Tipp: Fasst nichts an, was auch nur in der Nähe eines Stromverbrauchers ist. Selbst bei Lichtschaltern bekommt man gerne mal einen kleinen Schlag... aber man gewöhnt sich daran. Das für uns Außergewöhnlichste auf dieser Reise begann um 22 Uhr. Über die überall montierten und an Mopeds befestigten Lautsprechern klang Musik durch die Straßen, unterbrochen von Durchsagen. Im Laufe des Urlaubs erfuhren wir, dass es die Neuigkeiten aus dem Viertel sind, außerdem wurde dazu aufgerufen, bald ins Bett zu gehen. Das gleiche Spektakel wiederholte sich am nächsten Morgen um 7 Uhr. Glücklicherweise saßen wir da schon auf der Dachterrasse unseres Hotels, ein wirklich toller Ort für das erste Frühstück im sozialistischen Vietnam. Die Uhrzeit war weniger glücklich, daran sollte sich in den nächsten Tagen auch nichts ändern. Pünktlich um 8 Uhr hielt vor unserem Hotel ein Reisebus, da waren wir aus Thailand anderes gewohnt. Pünktlichkeit ist scheinbar auch in Vietnam eine Tugend. 

Nach vierstündiger, etwas abenteuerlicher Fahrt (die lauteste Hupe und das größere Fahrzeug hat Vorrang, auch beim Überholen im Gegenverkehr) kamen wir in Ha Long an. Der bereits in Hanoi zugestiegene Reiseführer sprach sehr gut englisch und verstand es, uns Vietnam und die Gepflogenheiten näher zubringen. Manchmal etwas mehr, als uns lieb war. Mit einem Zubringerboot ging es zu unserem Schiff, eine typisch vietnamesische Dschunke mit 10 Kajüten. Die Fahrt zu einer unglaublich großen Höhle ging viel zu schnell um, das Personal an Bord versorgte uns mit einfachem, aber sehr gutem vietnamesischen Essen, der Fisch war selbst gefangen. Mit kaltem Bier konnte man die Fahrt an Deck noch besser genießen, unseren finnischen Reisebegleiterinnen gefiel vor allem das Angebot der wirklich günstigen Spirituosen. Die Tour durch die Höhle war sehr interessant, auch wenn die Erklärungen der Gesteinsformationen teilweise überhand nahmen. Unser Reiseleiter war wirklich engagiert, so engagiert, dass der für uns interessantere Punkt, ein Stopp auf einer kleinen Insel, um dort am Strand zu liegen, viel zu kurz kam. Denn bevor es dorthin ging, stand noch eine Kajaktour durch diverse Wasserhöhlen an. Anstrengend aber sehr lohnenswert. Der Nachmittag neigte sich aber schon dem Ende, am Strand in der Sonne zu liegen war für unseren Reiseführer scheinbar nicht die erstrebenswerteste Art, sich die Zeit zu vertreiben. Auf der kleinen Insel angekommen entschieden wir uns daher dann auch, den Sonnenuntergang vom Gipfel eines kleinen Berges aus zu beobachten. Braun sollten wir heute ohnehin nicht mehr werden. Der Aufstieg war einfacher als gedacht, jedoch sollten wir uns vor den Affen in acht nehmen. Zum Glück schienen sie an diesem Tag keine Lust auf Touristen zu haben. Vom "Gipfel" des Monkeymountain hatten wir eine unfassbar schöne Aussicht auf die vielen, kleinen Inseln und die vielen Ausflugsboote. Viele davon begaben sich zu diesem Zeitpunkt auf den Rückweg nach Ha Long, wir dagegen freuten uns sehr auf das Abendessen und eine Nacht auf dem Wasser. Wieder zurück auf dem Schiff bekamen wir vom Smutje einen Kurs zur Zubereitung von frischen Frühlingsrollen. Dabei hatten wir mit den anderen Kreuzfahrern sehr viel Spaß, mit dem spanischen und dem Schweizer Pärchen saßen wir dann auch beim Essen und später an Deck zusammen und erzählten uns von unseren Urlauben, unserem Leben zu Hause und den Dingen, die uns Vietnam schon gezeigt hat und noch zeigen sollte. So kam es auch dazu, dass wir unseren weiteren Reiseplan leicht änderten und in Hoi An statt in Danang nach einer Unterkunft suchten. Der weitere Abend brachte uns noch dazu, mit Finnen, Australiern und unserem Reiseführer Karaoke zu singen, Father and Son wurde es. Zum Glück waren keine anderen Schiffe in der Nähe unseres Ankerplatzes. Die Nacht verlief dann sehr ruhig und wirklich schön, bei offenem Fenster in einer Bucht irgendwo in der Einsamkeit der Ha Long Bucht zu verbringen war ein absolutes Highlight dieses Urlaubs, es sollten jedoch noch viele weitere folgen. Am nächsten Morgen fuhr unser Schiff bereits, als wir aufstanden um zum Frühstück in den kleinen Speisesaal zu gehen. Eine gute Mischung aus vietnamesischem und europäischem Frühstück verlieh uns wieder Kraft für den Tag, ein Besuch auf einer Perlenfarm stand überraschenderweise plötzlich auf dem Programm, es ging noch nicht zurück nach Ha Long. Für alle eine WinWin Situation, zu sehen, wie die Menschen dort in dem schwimmenden Dorf leben und arbeiten war wirklich interessant, unser Reiseführer bekam wahrscheinlich eine Provision und die Leute dort bekamen die Möglichkeit, Perlenschmuck zu verkaufen. Wir kauften nichts, wurden auch nicht dazu aufgefordert oder von aufdringlichen Verkäufern dazu genötigt. Nach etwas über 2 Stunden erreichte unser Schiff dann wieder den Hafen von Ha Long, mit dem Bus ging es wieder nach Hanoi zurück. Unseren letzten Abend verbrachten wir wieder in Old Hanoi, zogen dort durch die Bars und buchten uns nebenbei unseren Flug nach Danang für den nächsten Morgen, da es sich herausgestellt hatte, das ein Flug mit Vietjet Air wesentlich billiger als die Zugfahrt sein sollte. Den Flug buchten wir über die App, da jede Bar gratis WIFI angeboten hat. Erst bei der Übermittlung unserer Kreditkartendaten nutzten wir unser gebuchtes Datenpaket, sicher ist sicher. Am nächsten Morgen wurden wir pünktlich vom Taxi abgeholt, welches wir Abends im Hotel bestellt hatten. Hanoi hat uns sehr gut gefallen, es war schade, nur so wenig gesehen zu haben, doch unsere weitere Route ließ leider nicht mehr Zeit für Entdeckungen. Was für uns feststeht ist, dass wir auf jeden Fall wiederkommen werden...