Saigon und Mekong Tour

Reisetag 8 - 12

Ho Chi Minh Stadt, in Europa noch unter seinem alten Namen Saigon bekannt, hat uns schon bei der Ankunft am Flughafen völlig überwältigt. Es ist ein unwahrscheinlich großer Kontrast zu Hanoi, was trotz seiner Größe doch eher provinziell wirkte. Saigon hingegen sprüht vor Leben, Tag wie Nacht. Mit seiner atemberaubenden Skyline steht es asiatischen Metropolen wie Bangkok, Vientiane oder Phnom Penh in nichts nach, Städte wie Hong Kong, Singapur oder Kuala Lumpur schlägt Saigon unserer Meinung nach um Längen, da sich die Stadt, trotz ihres Wachstums, ihren alten Charme bewahrt hat. Die Fahrt vom Flughafen zum Hotel im belebten Touristen- und Backpackerviertel von Ho-Chi-Minh-Stadt Pham Ngu Lao (District 1) war recht kurz, ca. 20 – 30 Minuten, doch an Überraschungen nicht zu Übertreffen. In jeder Straße wechselte das Angebot in den kleinen Geschäften am Straßenrand, doch die Geschäfte auf der jeweiligen Straße boten alle einheitliche Produkte an. So durchfuhren wir Straßen mit Licht- und Musikanlagen für Bars, Tresore für Hotels und die reiche Oberschicht Vietnams, Tierkäfige aller Art, Verpackungsmaterial und eine Straße mit Geschäften für Paketband. Wer nun also einen Vogelkäfig mit der Post verschicken möchte… Ho-Chi-Minh-City hat jedoch eine Menge mehr zu bieten, wunderschöne Gebäude aus der Kolonialzeit, wie z.B. das Post Office und eine Basilika, die dem Notre-Dame in Paris nachempfunden ist. Jedes Distrikt hat dazu noch eine Art Rathaus, meist sehr ansehnliche Gebäude, die mit Propaganda wie zu Sowjetzeiten ausgestattet sind. Auch sonst sieht man in den Städten, aber auch auf dem Land immer wieder Propagandaplakate der Partei.

Saigon bietet aber auch typisch vietnamesische Viertel, typisch vietnamesischen Verkehr und typisch vietnamesisches Essen. Mit den preiswerten Taxis, dem sehr guten öffentlichen Nahverkehr oder auch zu Fuß, Saigon zu entdecken lohnt sich!

Bei einer abendlichen Kneipentour trifft man unweigerlich auf Reisende aller Nationen, so kam es, dass wir einen sehr lustigen Abend mit einem kanadischen Paar verbrachten, der allerdings immer wieder durch bettelnde Kinder, Kriegsopfer und Drogenhändler getrübt wurde. Letztere konnte man getrost verjagen, die Bettler gingen doch teilweise an das Gemüt, denn man war dauerhaft im Zweifel, ob man mit einer Geldgabe wirklich Gutes tut, oder ob das Geld überhaupt dort bleibt. Fröhlich Heim spazierende Rollstuhlfahrer bekräftigten die Zweifel noch, hatte man ihnen doch 2 Stunden zuvor noch einige Scheine zugesteckt. Aber so ist es nun einmal überall, wo Touristen sind, da ist der Nepp nicht weit.

Die Stadt bietet aber nicht nur Kultur und Unterhaltung für alle Freunde des Feierns, Saigon ist ein guter Ausgangspunkt für Touren in das Mekongdelta.

Der Morgen begann nach der langen Nacht leider viel zu früh, Abfahrt in Richtung My Tho war um 8 Uhr. Auf die Pünktlichkeit der Vietnamesen war Verlass, so blieb nur noch Zeit für ein belegtes Baguette vom Straßenstand, leider blieb unser Wunsch, auf Koriander zu verzichten, ungehört, so dass man mühsam den Belag davon befreien musste.

Die Fahrt mit dem Reisebus dauerte etwa 2 Stunden und führte uns durch die wunderschöne Landschaft südwestlich von Saigon. Am Anleger in My Tho angekommen, wurden wir direkt auf ein Boot geladen, überdacht doch an den Seiten offen, ideal für unsere Tour, hatten wir doch schon morgens um 10 Uhr bereits über 30°C auf dem Thermometer stehen.

Der Erste Punkt unserer Tour waren die Seitenkanäle der Stadt. Dort boten Händler auf großen und kleinen Booten ihre Waren an, fast ausschließlich Obst und Gemüse. Leider hatte der Führer dieser Tour keine Minute in seinem Programm für das Einkaufen eingeplant, so blieb uns nur die Hoffnung, an anderer Stelle ein zweites Frühstück zu bekommen. Der Moment kam dann auch. Nach etwa halbstündiger Fahrt quer über den Mekong und einen kleinen Kanal, der von Wald umgeben war, wurden wir von Frauen in kleinen Longtailbooten empfangen und noch etwa 500m weiter transportiert, da unser Boot für die Weiterfahrt zu viel Tiefgang hatte. Natürlich wurde ein Trinkgeld fällig, die Höhe wurde natürlich festgelegt.

Nach einen kurzen Marsch durch den „Dschungel“ standen wir dann in der Kokosbonbonfabrik, von denen es dort scheinbar unzählige gibt, da wirklich jede Mekongtour an einer dieser kleinen Betriebe halt macht. Auch wenn es ein Touriprogramm war, so war es dennoch interessant und wirklich toll dort. Unser zweites Frühstück bekamen wir auch, viel süßer als erhofft, aber unglaublich lecker. Daher kauften wir auch direkt das halbe Lager leer, auch drei Jahre später finden sich noch kleine Restbestände in unserer heimischen Süßigkeitenschublade. Eines dieser Bonbons genügt, um wieder mitten im Mekong Delta zu sein.

Zu Fuß ging es weiter, in ein wirklich schönes B&B am Rande von Vinh Long, jedoch noch auf einer Insel gelegen. Nach dem Mittagessen hatten wir Zeit, mit Fahrrädern die nähere Umgebung zu erkunden, oder einfach in einer der zahlreichen Hängematten im Garten des Hauses zu entspannen. Man stellte uns außerdem noch die zur Familie gehörende, etwa 2m lange Schlange vor, eine Python, wenn ich mich recht erinnere. Mein erster Kontakt mit diesen Tieren, ein weiterer sollte noch folgen.

Der Weg zum Seitenkanal des Mekong führte uns wieder durch den Dschungel, vorbei an versteckten Holzhütten auf Stelzen, so kam es, dass man selbst hier nicht sicher vor den Motorrädern war. Abgeholt wurden wir dann, zu unserer Verwunderung, von dem Boot, mit dem wir in My Tho gestartet waren. Scheinbar wurde der Kanal in der Zwischenzeit komplett ausgebaggert, so dass unser Boot keinerlei Probleme mehr mit dem zu großen Tiefgang hatte. Nachdem wir in Vinh Long angelegt hatten, blieb noch etwas Zeit, über den Markt zu schlendern und das Zentrum des Ortes etwas kennenzulernen. Die Rückfahrt nach Saigon war dann, wie so oft, sehr abenteuerlich, da ein schweres Gewitter mit heftigem Regen für überflutete Straßen und sehr schlechte Sicht sorgte. Natürlich war unser Fahrer davon völlig unbeeindruckt. Der vorerst letzte Abend in Saigon blieb aber dann trocken, so dass wir die schöne, tropische Nacht für eine weitere Kneipentour durch die zahlreichen Bars und Straßencafés nutzten.

Am nächsten Morgen brachen wir wieder früh auf, diesmal hatten wir zum Glück noch Zeit für ein Frühstück. Mit unseren Rucksäcken bepackt hielten wir das nächste Taxi an, um für wenige Euro zum Flughafen zu fahren. Erneut kam beim Check-in Streit über das Gepäck auf, was natürlich wieder doppelt bezahlt werden sollte. Doch auch hier zahlte sich die Buchung über die App von Vietjet Air aus, denn so tauchte die Zahlung des Gepäcks nach einigen Diskussion im System des Check-in Mitarbeiters auf.

Nach etwa einstündigem Flug erreichten wir dann Phu Quoc, die wunderschöne, bis dato noch ursprüngliche Insel im Golf von Thailand.